Sprachanfängerklasse der Veitshöchheimer Mittelschule baute acht Insektenhotels für Veitshöchheimer Gärten

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Voller Stolz präsentieren die Jungs aus der Sprachenklasse der Mittelschule Veitshöchheim v.l.n.r. Valtentin, Mãdãlin (beide aus Rumänien), Mohammad, die Zwillinge Ahmad und Mahmoud (alle aus Syrien) und Pavel (aus der Ukraine) ihre unter der Anleitung des Werklehrers Michael Stadtmüller selbst gebauten Insektenhotels. In fünf Doppelstunden fertigte das Sextett zusammen mit zwei weiteren Klassenkameraden auf Veranlassung des Verschönerungsvereins Veitshöchheim selbständig insgesamt acht Insektenhotels nach einem Prototyp des Werklehres mit Kanthölzern aus Fichte, Bambusröhrchen und Dachpappe drauf. Die reinen Materialkosten übernahm der Verschönerungsverein.


Die acht Insektenhotels wurden nun am Freitagnachmittag von den Schülern bei einer Rundfahrt des Verschönerungsvereins mit dem Gemeindebus an acht örtliche Gartenbesitzer kostenlos überreicht, die fast alle beim "Tag der offenen Gärten" mitmachen, den der Verschönerungsverein am 10. Juni 2018 veranstaltet.
ob f4a2fb 05 buergergarten 01Die Besucher, so Vereinsvorsitzender Burkard Löffler können dann dort die Insektenhotels in Augenschein nehmen und reflektieren, inwieweit sie auch benutzt werden. Nach seinen Worten gehen seit Jahrzehnten Insektenarten und ihre Bestände massiv zurück. Dabei würden sie eine unersetzliche Rolle für die Aufrechterhaltung ökologischer Zusammenhänge und das menschliche Wohlergehen spielen. So würden fast alle Wild- und Kulturpflanzen von Insekten bestäubt und so auch unentbehrliche Dienste für uns Menschen leisten. Wie auf der Homepage des Bundes Naturschutzes (NABU) zu lesen ist, werden von den 107 weltweit am häufigsten angebauten Kulturpflanzen 91 in unterschiedlichem Ausmaß bestäubt. Erdbeeren und Kirschen, Raps, Kaffee oder Wassermelonen würden besonders reiche Erträge bringen, wenn sie von Wildbienen oder anderen Insekten bestäubt werden. Schätzungen zufolge würde ein Totalverlust an Bestäubern dazu führen, dass Ernteeinbrüche um bis zu 90 Prozent zu befürchten wären. Die Versorgung mit Proteinen, Vitaminen oder Eisen wäre massiv gefährdet.
Ronald Grunert-Held (links) und seine Partnerin Ulla Stutt in der Breslauer Straße 13 sind sich sicher, dass das Insektenhotel in ihrem Garten sehr gut angenommen wird, grenzt es doch unmittelbar an den Weg der Jahresbäume an und wo sich ganz in der Nähe Streuobstwiesen mit Wildblüten befinden, die von der Gemeinde nur einmal im Jahr gemäht werden. Fotokünstler Grunert-Held kündigte an, zum Insektenhotel ein großformatiges Foto von Insektenkastenbewohnern mit Text und Erklärungen zu machen und dies auf wetterfester Plane zu drucken, so dass diese vom Weg der Jahresbäume aus lehrreich lesbar ist.
Keine Frage, dass die aus fremden Ländern kommenden Jungs der Sprachanfängerklasse sich wie Werklehrer Michael Stadtmüller sowie Burkard Löffler und Bernd Wiek nicht nur über den von den Gartenbesitzern spendierten Bienenstich freuten, sondern auch sehr gerne mit deren "alten Hundedame" Paddy spielten und mit ihr Selfies schossen.
Hocherfreut über den Besuch der Mittelschüler, die von zwei Monaten wie Pavel aus der Ukraine bis zu zwei Jahren wie die zwölf Jahre alten Zwillinge Ahmad und Mahmoud aus Syrien in Deutschland sind, war auch Georg Ewald, der zusammen mit seiner Lebenspartnerin Karin Kissel den Heilkräuter-Bürgergarten an der Mainlände nördlich der Kläranlage betreibt. Unterrichtet doch Ewald selbst in der Veitshöchheimer und der Thüngersheimer Grundschule Sprachanfänger aus fremden Ländern. So erkannte ihn auch gleich der syrische Junge Mohammad wieder, dem Ewald vor zwei Jahren erste Sprachkenntnisse in deutsch vermittelt hatte.
So entwickelte sich sogleich ein angeregtes Gespräch zwischen dem Oldie und seinen aufgeweckten jungen Gästen, erläuterte er ihnen, dass neben dem Baum, an dem die Jugendlichen das Insektenhotel installierten, sich für Insekten eine reichhaltige Bienenweide befindet, im Bürgergarten nicht gespritzt und nur mit Brennnessellauge gedüngt wird. Schließlich lud Ewald die Jungs ein, ihm im Sommer bei der Pflege des Bürgergartens zu helfen, wo auch immer wieder mal gegrillt wird.

Autor: Dieter Gürz